Krank in der Pandemie – was jetzt?

Ich trage meine Maske, ich vermeide Kontakte, ich halte Abstand, ich desinfiziere, wasche die Hände und befolge alle gängigen Regeln, um mich und andere in der Pandemie vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen.

Trotzdem der Kontakt mit Erregern aller Art (also nicht nur Coronaviren) so minimal wie nur möglich ist, ist es heute Morgen doch passiert. Ich erwache mit Triefnase, leichtem Husten, Halsschmerzen und Schwindel – jedoch kein Fieber. Nun haben wir eine Pandemie und ich sitze in einem offenen Büro. Was also tun?

Arbeitsbeginn ist um 7:00 Uhr, die Hausarztpraxis öffnet erst um 8:00 Uhr. Also rufe ich die bekannte, 24 Std. erreichbare 116117 an und werde prompt an den Hausarzt verwiesen. Gewartet bis um 8, angerufen und gleich einen Rüffel am frühen Morgen: “Na wegen ein Bisschen Schnupfen schreibt er Sie nicht krank” – Wie wäre es mit einem Schnelltest? – “Den können wir hier nicht machen“. Ernsthaft? Die gab es vor einigen Wochen sogar bei Aldi!?

Der Unterton war ein Bisschen wie: Was erlauben Sie sich mich wegen so einer Lappalie zu belästigen? Wie war das doch gleich mit Pandemie und infektiösen Wehwehchen? Also nochmals die 116117 um Rat gefragt, nachfolgend die Kurzfassung der Ereignisse:

Anderer Arzt: Wir nehmen aktuell keine neuen Patienten mehr auf“.
Anderer Arzt #2:Bei wem waren Sie bisher? (…) Dann fragen Sie da noch Mal nach“.
Dr. Twitter: Mal das Gesundheitsamt belästigen.
Gesundheitsamt: Hausarzt kontaktieren.

Die Zeit rennt, ich müsste so langsam zur Arbeit… Ich durchwühle das Internet, woher ich nun einen Schnelltest bekommen kann. Im Kreiszentrum den frühesten Termin am Folgetag – ganz toll! Letzte Idee: Was sagt die Firma dazu? “Ach das geht schon (…) sind ja nicht unbedingt Corona-Symptome“. Zwischendrin fällt mir das hier noch in die Hände:

Ohne Symptome darf der Arzt nicht krankschreiben. Ist natürlich logisch. Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind da – aber selbst bei einem positiven Corona-Testergebnis, auf dass die Kolleg*innen möglicherweise infiziert werden???

Krisenmanagement, läuft…

Wenn das so läuft mit Ärzten und Gesundheitsamt bei Corona, hätten wir uns jeden Lockdown sparen können. Die permanent steigenden Inzidenzen trotz allen nur denkbaren Verboten wundern mich nun nicht mehr wirklich. Also auf geht es, ab zur Arbeit – unter Ablehnung jeglicher Verantwortung aber verantwortungsvollerweise mit einer den ganzen Tag über getragenen FFP2-Maske! Ob es Corona ist, werde ich dann morgen erfahren…

Nachtrag

Einen Tag nach Auftreten der Krankheitssymptome gelang es wie oben berichtet, den Termin für einen Corona-Schnelltest zu bekommen. Nach weiteren vier Tagen dann das Ergebnis – negativ. Potenziell aber fünf Tage, in denen ich mein komplettes Kollegium hätte anstecken können…

Tim

Digital native, Blogger, Photographie, Musik-/Film-Junkie. Autismus, PTBS. Macht beruflich was mit Zahlen. Ein Bisschen Politik, viel soziales. Mag Füchse und mit Käse überbackenes.

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